Jameda Interview

Neun Fragen an Frau Griesshaber

1. Frau Grießhaber, was hat Sie motiviert Zahnärztin zu werden?

Handwerkliches und feinmechanisches Geschick ist mir wohl in die Wiege gelegt und ich hätte vielleicht auch Goldschmiedin werden können.

Schon in meiner Schulzeit habe ich mich für wissenschaftliches Denken interessiert. Ich wollte wissen, wie Leben funktioniert, wie der Körper funktioniert, die Biochemie und die Physiologie. Chemie und Biologie waren meine Leistungsfächer und das Medizinstudium dann die Folge, angetrieben durch meine wissenschaftliche Neugier.

In meinem Beruf als Zahnärztin lässt sich beides verbinden, das handwerkliche Arbeiten und der medizinische und wissenschaftliche Ansatz und ich kann Menschen mit meiner Arbeit zu Gesundheit und Wohlbefinden verhelfen.

Die allergrößte Motivation ist dabei für mich die Freude an der Zusammenarbeit mit meinen Patienten.

 

2. Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Es macht mir immer wieder große Freude, wenn ich Patienten durch ausführliche Aufklärung und Beratung davon überzeugen kann, rechtzeitig durch vorbeugende Maßnahmen in Ihre Zahngesundheit und den Erhalt Ihrer eigenen Zähne zu investieren und in der Begleitung dann zu erleben, wie sehr es die Zähne danken.

Die positive Herausforderung ist es, die Patienten zum Umdenken zu bewegen und dafür zu gewinnen, lieber rechtzeitig und präventiv in Maßnahmen für die Gesunderhaltung und Stabilisierung Ihrer eigenen Zähne zu investieren als Investitionen aufzuschieben, bis dann doch irgendwann „gezwungenermaßen“ Zahnersatz oder Implantate fällig werden, es dann für die eigenen Zähne aber schon zu spät ist.

3. Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Es gibt immer wieder Patienten die Angst vor dem Besuch beim Zahnarzt haben weil sie befürchten, das die Behandlung unangenehm und schmerzhaft sein könnte.

Diese Angst würde ich gerne nehmen und zum Umdenken ermutigen.

Wer regelmäßig zur Vorsorge zu uns kommt, muss keine Angst vor Schmerzen haben. Als Zahnärzte erkennen wir Kariesbefall und Schäden an der Zahnsubstanz schon im Frühstadium und haben dann die Möglichkeit zu einer schmerzfreien Behandlung, noch bevor der Patient überhaupt Zahnschmerzen bekommt.

In meiner Praxis begleite ich frühere Angstpatienten, die mittlerweile völlig entspannt mit einem Zahnarztbesuch umgehen, weil Sie neues Vertrauen gefasst haben und durch wiederholte schmerzfreie Besuche und Behandlungen Ihre Angst vorm Zahnarztbesuch zwischenzeitlich überwinden konnten.

 

4. Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen?

Unangenehm und schmerzhaft kann z.B eine Wurzelentzündung oder eine Vereiterung an der Zahnwurzel sein. Schmerzhaft ist aber hier nicht die zahnärztliche Behandlung an sich, sondern die eigentliche Entzündung an der Zahnwurzel, die erst antibiotisch ausgeheilt werden muss, bevor die Wurzel dann zahnmedizinisch versorgt werden kann.

Die gute Nachricht: Schmerzhafte, entzündliche Befunde und Symptome an Zahnwurzel und Zahnnerv treten meist erst im sehr fortgeschrittenen Stadium des Befalls auf und können eigentlich vermieden werden, wenn der Patient schon bei leichten Schmerzen zur Kontrolle kommt oder noch besser, regelmäßig zur Vorsorge.

Der beste Schutz vor Schmerzen ist die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung und bei auftretenden Befunden die rechtzeitige substanzschonende und schmerzfreie Behandlung bereits im Frühstadium.

 

5. Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Als meine Aufgabe als Ärztin sehe ich es an, den Patienten durch einen Therapieprozess führend zu begleiten und zu betreuen und dafür zu sorgen, dass das gewünschte Therapieergebnis optimal für den Patienten erreicht wird.

Wenn ein Patient seinen Therapieplan nicht verfolgt, hat dies ja Ursachen und Gründe. Diese gilt es im Gespräch herauszuarbeiten und gemeinsam Lösungen zu finden, wie der gewünschte Therapieerfolg zusammen doch noch erreicht werden kann.

6. Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Generell denke ich, wir können uns nicht beschweren. Durch unser Gesundheitssystem ist für jeden Bürger die zweckmäßig und medizinisch notwendige ärztliche Grundversorgung sozialverträglich abgesichert. Ich finde das ist eine großartige Leistung.

Wenn ich aus zahnheilkundlicher Sicht einen Wunsch äußern dürfte, würde ich anregen, die Prophylaxe für Erwachsene in die gesetzliche Krankenversicherung aufzunehmen, optimalerweise mehr als einmal pro Jahr.

Ich glaube dann würden sich noch mehr Patienten für rechtzeitige und regelmäßige Vorsorgemaßnahmen entscheiden und wir könnten als Ärzte mehr für die mögliche Zahngesundheit unserer Patienten tun.

 

7. Kein Mensch ist perfekt, In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential ?

Ich möchte eigentlich nicht auf Andere schauen sondern viel lieber darauf achten, dass eigene Haus gekehrt zu halten.

Wer sich als Arzt ständig fachlich weiterbildet, selbstreflektiert bleibt und konstruktiv mit Feedback seiner Patienten umgeht macht aus meiner Sicht schon mal das Richtige.

Ich denke jeder Behandler hat seine eigenen Schwerpunkte, sein eigenes Behandlungsangebot und seine ganz persönliche Art und Weise mit seinen Patienten umzugehen und sie zu beraten. Diese Vielfalt finde ich eigentlich sehr angenehm und durch die Möglichkeit der freien Arztwahl und den bestehenden freien Wettbewerb in unserem Berufsstand hat jeder Patient die Möglichkeit den für ihn und seine persönlichen Bedürfnisse passenden Zahnarzt für sich auszuwählen.

Ein Portal wie Jameda bietet dem Patienten aus meiner Sicht eine sehr gute Lösung sich über die verschiedenen Anbieter im Vorfeld eines Arztbesuches zu informieren und seine persönliche Wahl für sich zu treffen.

 

8. Die Welt ändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Bei der Behandlung arbeite ich mit 5 fach vergrößernder Lupe, was mir bei der Arbeit eine besondere Präzision ermöglicht, die ohne Lupe nicht möglich wäre und dem Patienten optimale Ergebnisse sichert.

Zur Wurzelkanalaufbereitung verwende ich Nickeltitanfeilen. Dem Patienten ist mit dieser Methode unmittelbar nach der Behandlung und dem Abklingen der Betäubung Schmerzfreiheit garantiert.

Neben der klassischen Prophylaxe biete ich in meiner Praxis modernstes Biofilmmanagement an und ein spezielles Cleaning im Rahmen meines präventiven zahnheilkundlichen Behandlungskonzeptes führe ich als Ärztin mit 5 fach vergrößernder Lupe selbst bei meinen Patienten durch.

Auf Kongressen und Symposien bilde ich mich regelmäßig fort und schaue laufend, was ich an neuesten und modernsten Techniken für meine Patienten in mein Behandlungsspektrum aufnehmen kann. Wichtig ist mir dabei, dass diese Techniken wirklich ein Ergebnis für den Patienten bringen, das mich überzeugt.

 

9. Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Ich möchte eigentlich keine einzelne Geschichte hervorheben. Jeder einzelne meiner Patienten ist mir wichtig und es gibt zu jedem einzelnen meiner Patienten eine ganz persönliche Verbindung und Geschichte.

Was mir aber besonders große Freude macht, ist die Zusammenarbeit mit Patienten, mit denen ich an Zielen für Ihre Zahngesundheit arbeite und bei denen es möglich ist, durch eine vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit. deren Zahngesundheit erheblich zu verbessern oder die Zähne trotz schlechter Vorzeichen doch noch zu erhalten.

Die Dankbarkeit und das Vertrauen dieser Patienten gibt mir viel und bestätigt mich in meinem Bemühen, nicht müde zu werden meine Patienten über die besten Möglichkeiten zur Behandlung und Pflege ihrer Zähne aufzuklären und sie zu überzeugen, sich selbst das Beste für Ihre Zähne wert zu sein.


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